Dienstag, 12. Juni 2012

12.06.2012, Lausanne - St-Prex

Harte Fakten:
Distanz: 20.7 Kilometer, reine Marschzeit: 4 Stunden, 26'472 Ruth-Schritte, Flachetappe

Die heutige Etappe steht in verschiedener Hinsicht im Zeichen des Wassers. 2 Minuten nach Abmarsch in der Jugendherberge öffnet Petrus sämtliche Schleusen. Die Sturzbäche vom Himmel führen dazu, dass wir innert kürzester Zeit sehr nass sind. Théos lakonischer Kommentar: "In meinen Schuhen hat es mehr Wasser als im Genfersee". Obschon wir von diesem meist nur die aufspritzende Gischt sehen und das Rauschen des Wassers hören, ist es schön, dem Wasser entlang zu wandern.
Eigentlich ist es mehr als erstaunlich, dass wir nach den Strapazen des Vortages noch alle unterwegs sind. Unsere Körper sind wirklich Wunderwerke, haben diese doch prächtig regeneriert. Vermutlich haben aber auch die Massagen von Julia und Théo, welche ihre Dienste am Vorabend den geschundenen Pilgern anboten, auch viel zur Muskellockerung beigetragen.
Nach knapp eineinhalb Stunden gönnen wir uns in St-Sulpice einen ausgiebigen Kaffeehalt, welcher auch gleich zu einer Grobtrocknung genutzt wird. Kaum wieder "on the Way", giesst es wieder wie aus Kübeln. Die Frage "läufst du noch - oder schwimmst du schon" wird zum Dauerbrenner, scheint der Weg vor uns sich doch wiederholt mit dem See zu vereinigen. Erstmals ist heute der Wanderweg teilweise unpassierbar, so dass wir kleine Ausweichmanöver pilgern müssen. In Morges entschliessen wir uns zu einer längeren Mittagsrast. Typisch schweizerisch geniessen wir ein herrliches Käsefondue. Dies ist absolut nicht abwegig, sind doch die Temperaturen draussen zwischenzeitlich auf 14 Grad gesunken.
Leider muss uns Johannes Elias heute nach den acht gemeinsamen wunderbaren Tagen verlassen. Die Pflicht im Kloster ruft und so heisst es nach dem Mittagessen Abschied zu nehmen. Der Abschied gestaltet sich sehr feierlich, haben wir alle unseren "Bruder" doch sehr ins Herz geschlossen. Wir versichern uns gegenseitig ein Wiedersehen und trotzdem öffnen sich die Schleusen heute ein weiteres Mal, das heisst, einige von uns können und wollen die Tränen des Abschieds nicht zurückhalten. Johannes Elias war unterwegs nicht nur unser geistlicher Beistand, nein er ist uns ein wirklich lieber Freund geworden. In Dankbarkeit für das Privileg seiner Begleitung entlassen wir ihn in Richtung seiner klösterlichen Heimat.
Und nicht genug der Feuchtigkeit, bekommen wir das "köstliche" Nass auf dem letzten Teilstück der heutigen Etappe nochmals deutlich zu spüren. So sind wir nicht unglücklich, kurz vor 16 Uhr unser heutiges Nachtlager zu beziehen.

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