Donnerstag, 7. Juni 2012

07.06.2012, Amsoldingen - Rüeggisberg

Harte Fakten: Distanz: 20.5 Kilometer, 4 Stunden 40 Minuten Marschzeit (wir sind fast gerannt), ca. 30000 Ruth-Schritte, nicht mehr so viel hoch und nieder wie an den Vortagen (aber immer noch genug).

Tagesrückblick der etwas anderen Art:
Wenige Momente nach dem Start im Sternen besichtigen wir die vom heiligen Mauritius geweihte Kirche, die grösste ottonische Basilika der Region, welche um das Jahr 1000 entstand. Wir sind überwältigt, Besuch sehr lohnenswert. Danach erfolgt der wirkliche Start in die Tagesetappe, wobei sich unsere Kleingruppe sehr schnell in die Länge zieht. Noch im Pilgertanz über den Weg rollend unterziehe mich nach wenigen Kilometern einem ersten Body-Check:
Fuss rechts: i.O., Unterschenkel rechts, i.O., Knie rechts, stechender Schmerz, Oberschenkel und Hüfte rechts, i.O.. Fuss links, Blase an der Fusssohle drückt, Fazit 'unproblematisch', Unterschenkelmuskulatur leicht verhärtet, Fazit 'unproblematisch', Knie links, i.O., Oberschenkel links i.O., Hüfte links, leichter Druck, Fazit 'unproblematisch'. Rücken, Schultern, Kopf, alles bestens. Zusammenfassung : Pilgern muss ein wenig weh tun, doch das schmerzende Knie bereitet mir zunehmend ungute Magengefühle.
Unterwegs passieren wir Uebeschi, und Blumenstein, bevor wir uns in Wattenwil einen Kaffeehalt gönnen,. Der folgende Aufstieg nach Burgistein und Weierboden ist steil doch entschädigt der Blick zurück mit dem wunderbaren Panorama der Berner Alpen.
Und was macht der Körper?
Einmal warmgelaufen trottet dieser in wunderbarem Pilgerschritt über den Jakobsweg. Das Knie schmerzt, sticht und manchmal läuft es sich fast ohne Schmerz. Fazit: Ich pilgere.
Bei der Kirche Riggisberg geniessen wir den Fernblick. Die Schweiz ist absolut schön, die Landschaft atemberaubend und der Takt, so hat man das Gefühl, ist hier noch normal. Von aussen betrachtet fast eine heile Welt.
Im Aufstieg nach Rüeggisberg bewältigen wir nochmals knapp 200 Höhenmeter. Zwischenzeitlich verlangt mein rechtes Knie meine gesamte Aufmerksamkeit, jeder Schritt wird zur Pilgerprüfung. Und doch, es ist herrlich, es zieht uns vorwärts, wir fühlen uns frei und geniessen den erhabenen Moment beim Anblick des Kirchenturms an unserem Etappenort in Rüeggisberg.

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